Emotionaler Altersklassensieg beim Hamburg Marathon – ein Bericht von Sandra Boitz

Sandra im Ziel des Hamburg Marathons mit AK-Sieg und Sachsenrekord
Hamburg ist immer eine Reise wert. Die Stadt, die Menschen, die Luft, die Kultur und natürlich zum Laufen. Nach meiner Marathonpremiere 2011, einem fast spontanen Anlauf 2016, wollte ich beim 40. Hamburg Marathon noch einmal diese einmalige Atmosphäre erfahren. Ende 2025 reifte der Plan ohne zu wissen, was uns für ein Winter bevorstand. Dazu 7 Jahre keinen Marathon mehr gelaufen. Kilometer sammeln und auf den Körper hören. Es war eine holprige Vorbereitung. Die Deutsche Halbmarathon Meisterschaft in Frankfurt sollte ein fester Baustein sein, aber da machte der Körper schlapp und brauchte eine Pause. Da musste der erste Stundenlauf herhalten und drei Tage später die 10 Kilometer beim Zürich Marathon. Beim ON Z10 blieb die Uhr bei 39:39 Minuten stehen. Das hieß Platz 27 Gesamt und der 1.Platz in der W50. Abgerundet durch den Regenlauf beim Leipziger Halbmarathon. Nun wartete die doppelte Distanz, 42,195 Kilometer nur eine Woche später. Die Zweifel waren groß, der Körper schien sich zu wehren. Ich sah mich schon nicht mehr an der Startlinie. Erwartungen rückten in den Hintergrund. Ich saugte die Hamburger Atmosphäre auf, sammelte positive Energie und motivierte mich. Was hatte ich zu verlieren. Ich stand Sonntag Morgen bei herrlichem Sonnenschein und wenig Wind ganz ruhig an der Startlinie. Es wurde gestaffelt gestartet, zuerst die Elite, dann die unter drei Stunden Welle. Ich musste über drei Minuten warten bis ich loslaufen konnte. Verhalten und berührt von den vielen Menschen auf und an der Strecke. Ich lächelte und freute mich auf das “Abenteuer” Marathon. Was soll ich sagen, es lief. Es war ein Rennen voller Emotionen, voller Momente, die bleiben. Motivierend war, dass mich auf den letzten Drittel niemand mehr überholt hat, sondern ich vorbeiziehen konnte. Wer in Hamburg schon einmal gelaufen ist, wird mir zustimmen, dass es im Norden nicht wirklich flach ist. Besonders der letzte Kilometer scheint unendlich aber schließlich wird man mit dem Zieleinlauf auf dem roten Teppich belohnt. Ich erreichte das Ziel nach 3:01:09 Stunden – und durfte gleich doppelt jubeln: ich sicherte mir den Sieg in meiner Altersklasse W50, in der 345 Frauen an den Start gegangen waren und konnte gleichzeitig einen neuen Sachsenrekord im Marathon in der W50 aufstellen. (Sandra Boitz)
Ergänzung: Das 40. Jubiläum des Hamburg Marathons feierte unser Thomas Dorneburg mit einer Schnappszahl: Nach genau 3:33:03 h überquerte er die Ziellinie. Den Halbmarathon beim Hamburg Marathon absolvierten unsere Trainerin Wenke Fröhlich in 2:07:15 h und Simone Johannsen in 2:31:12 h. Herzlichen Glückwunsch! (sf)


