36. Leipziger Silberseelauf ohne Laufbahn – wie weiter in der Leichtathletik?

Kategorien: Laufsportveröffentlicht am: 27. Mai 2026

Start zum Silberseelauf – diesmal außerhalb des Bruni-Plache-Stadions (Foto: 1. FC Lokomotive Leipzig e. V.)

Die 36. Auflage des Silberseelaufes beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno-Plache-Stadion am 13. Mai hatte ein Problem, denn auf Grund des Einbaus der Rasenheizung (in der 3. Fußballliga Voraussetzung für den Spielbetrieb) war die alte Aschebahn nicht mehr nutzbar. Ja, im Bruno-Plache Stadion gab es vor langer Zeit Wettkämpfe in der Leichtathletik, denn Anfang der 50er Jahre habe ich dort als Jugendlicher einen ersten DDR-Rekord im Stabhochsprung erlebt! Der damalige SC Rotation Leipzig hatte dort seine damalige Trainingsstätte. Hinter der Tribüne waren die Wurfkreise der Werfer. Aber diese Zeit ist lange vorbei, die Läufer müssen jetzt neben dem Stadion starten! Erst vor einigen Wochen wurde 2000 Meter weiter eine Trainingsmöglichkeit der Leichtathletik platt gemacht – die Athleten des SV Automation wurden von der weggebaggerten Laufbahn in Lößnig kalt erwischt. Übrigens war Leipzig vor vielen Jahren eine Hochburg in der Leichtathletik, mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Zentralstadions 1955 hatte Leipzig ein tolles Stadion für 100.000 Zuschauer mit einer hervorragenden Leichtathletik-Anlage. Aber der Stadt wurde Ende der 70er Jahre die Unterhaltung wohl zu teuer und man ließ die Anlage „vergammeln“. Nach der Wende wurde dieses Stadion verkleinert und zum Fußballtempel umgebaut. 2002 entstand dann die tolle Sporthalle ARENA, die eine tolle Leichthletikanlage bekam, die aber leider nur drei Wochen im Winter nutzbar ist, dafür verschwand aber die Südanlage samt Laufbahn, also hatten die Leichtathleten im Leipziger Zentrum nur noch die Nordanlage, wo die Laufbahn unterdessen stark verschlissen ist. Doch machen wir weiter die Runde in Leipzig: Das Stadion des Friedens, Heimstätte der SG MoGoNo: Dort erlebte ich am 10. Juni 1962 ein tolles Pfingstsportfest mit mehreren tausend Zuschauer und konnte u. a. zwei Weltrekorde der Frauen erleben: Beim Weitsprung schaffte Tatjana Schtschelkanowa 6,53 m und beim Kugelstoß überbot Tamara Press mit 18,55 m erstmals die 18-m-Marke bei den Frauen! Leider musste ich vor einigen Wochen in der LVZ lesen: “In diesem Stadion hat sich das Unkraut die Zuschauerränge erobert“. Dazu Tasso Hanke: (MoGoNo): „Leider sind die großen Zeiten im Stadion des Friedens vorbei – höchstens eine Stadtmeisterschaft auf der Tartanbahn können wir noch anbieten, ansonsten fehlt uns Personal für den Platzbau“. Auch im Charlottenhof in Lindenau gibt es nun eine Tartanbahn, aber es ist wohl eher eine Trainingsanlage, denn das Umfeld läßt keine großen Wettkämpfe zu.

Schauen wir weiter nach Sachsen – im ehemaligen Karl-Marx-Stadt habe ich im Juli 1982 im damaligen Ernst-Thälmann-Stadion den tollen Länderkampf DDR – USA erlebt! Nach der Wende war es dann das Sportforum Chemnitz und dort fanden im August 2001 die Deutschen Meisterschaften der Senioren statt – die Teilnehmer aus Westdeutschland waren begeistert von der tollen Leichtathletik-Anlage! Aber das böse Erwachen kam einige Jahre später – die Masten für die Stadionbeleuchtung wurden abgebaut, beim Weitsprung mussten die Übungsleiter am Rande der Laufbahn stehen und das große Gebäude im Südteil war baufällig geworden und wurde duch Netze gesichert. Als dann vor einigen Jahren die Sanierung begann, mussten die nötigen Baucontainer aufgestellt werden. Obwohl hinter dem Stadion eine befahrbare Straße verläuft,wurde diese Baubuden auf der Laufbahn abgestellt und dafür der Tartan der Rundbahn entfernt!

Nun ein Blick nach Dresden, Dank meines Opas, der in Dresden wohnte, lernte ich als Kind das Heinz-Steyer-Stadion kennen. 1990 erlebte ich dort die letzten DDR-Meisterschaften der Leichtathleten – aber dann kam 2002 die Jahrhundertflut und die meterhohen Wellen richteten in Dresden viele Schäden an. Nachdem das Wasser weg war, hatte ich in Dresden zu tun, und fuhr erst Richtung Steyer-Stadion. Rechts vor dem Stadion war eine Kleingartenanlage! Alles was dort vorher stand, hatte die Flutwelle zerstört – ein Anblick, denn ich nie vergaß. Dann die Fahrt ins Stadion: Eine Tür, die in den Keller unter der Gaststätte führte, war offen – und mir kam ein beißender Geruch entgegen. Alles, was da unten stand war nicht mehr zu gebrauchen! Die gesamte Leichtathletikanlage war voller Schlamm! Dank vieler Helfer und den Aktiven wurde der Schlamm beseitigt, damit wenigstens der Trainingsbetrieb wieder anlaufen konnte. Nach 20 Jahren war das Steyer-Stadion dann im neuen Glanz entstanden und konnte im August 2024 wieder eingeweiht werden. Warum ich das aufschreibe? Leider hat die Stadionleichtathletik in den letzten 50 Jahren viel von ihren guten Ruf verloren!

Nun zum 36. Silberseelauf am 13. Mai, gleichzeitig 6. Wertungslauf der Leipziger Stadtrangliste 2026. Hier wieder etwas Geschichte: Den Lauf gibt es seit 1986, damals unter Wolfgang Buchwald, der ihn dann später mit Start und Ziel neben der Hans-Marchwitza-Straße in Lößnig direkt am Silbersee durchführte. Übrigens, unser Abteilungsleiter Jörg Matthé war 2006 der Sieger des 20-km-Laufes und konnte 2007 und 2014 Rang zwei über 20 km belegen. Als die Teilnehmerfelder größer wurden, gingen die Macher der SG LVB 2012 auf den Sportplatz in Lößnig, 2019 war dann der Start im Bruno-Plache-Stadion bei der Laufgruppe von Lok Leipzig. In diesem Jahr waren 366 Aktive bei verschiedenen Laufstrecken dabei, und auch unsere fleißigen Punktesammler bei der Stadtrangliste waren am Start: Unser Mann über 20 km bei der M50 war Michael Voß, der nach 1:18:43 h ins Ziel lief und damit die M50 gewann. Auch bei der Stadtrangliste führt er bei der M50 mit 103 Punkten. Noch schneller war Falk Schneider mit 1:14:40 h, damit war er Vierter in diesen Lauf und gewann die M45. Auch Jens Weniger absolvierte die 20 km und war nach1:24:59 h der Sieger der M55. Kay Fietkau wurde nach 1:42:18 h Neunter bei der M45. Über 10 km waren erfahrene Läufer am Start, unser Jörg Nowag war nach 47:19 min. der Sieger der M65 und Rico Wegmann wurde in 51:58 min. Zweiter der M50. Bei den Frauen über 10 km war Annika Thiede bei der W35 in 50:44 min. die Dritte und führt mit 91 Punkten bei der Stadtrangliste ihrer AK. Für die ältesten Starter waren 5 km ausgeschrieben und hier setzte unser Hansjörg Kuppardt seine Siegesserie bei der Stadtrangliste fort: Zum 6. Male 21 Punkte bei der M85! Zwei junge Starter unserer Abteilung Laufsport ließen es über 5 km ruhig angehen aber ohne Punkte für die Stadtrangliste: Juri Berthold als Sieger in 17:16 min. und Eric Binnebößel in 17:58 min. Aber auch unser jüngster Nachwuchs war über 5 km dabei: Arne Sterzing war bei der MU16 nach 19:42 min. der Sieger, bei der MU14 belegte sein Bruder Jorin in 20:09 min. Platz 2. Auch bei den Mädels war bei der U14 Amara Thiede am Start und sie kam 27:06 min. ins Ziel. Für unsere ganz jungen Starter waren 2 km im Programm: Bei der WU10 war Malika Siaya mit 8:59 m schnell unterwegs. Unseren Aktiven herzliche Glückwünsche! (ps)

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